„Alle Erinnerung ist Gegenwart“ (Novalis)
Mit zwölf Jahren kam ich das erste Mal an die Ostsee und war neugierig auf das Meer.
Auf dem Weg zum Strand verband mir mein Vater überraschend mit einem Schal die Augen. Ich hörte bereits die Brandung und kreischende Möwen, der Wind wurde kräftiger. Auf einer hohen Düne angelangt wurden mir jetzt die Augen geöffnet. Ich war vom Anblick des brausenden Meeres überwältigt und staunte.
Mit Zelt und Aquarellkasten ausgerüstet, kam ich mit der Zeichengruppe meiner Schule 1959 erstmals nach Rügen, genauer: nach Mönchgut im Südosten der Insel. Von da an besuchte ich regelmäßig diesen Landstrich mit vielen Besonderheiten, mit seinen Menschen, die anders waren. Tourismus wie heute gab es in den Fischerdörfern damals nicht.
Während des Fotografiestudiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig habe ich Aufgaben wie Porträt, Landschaft, Architektur oder Reportage mit Vorliebe auf Mönchgut umgesetzt, was zur Gestaltung eines fiktiven Bildbandes führte. Erkundungen verfolgte ich noch einige Jahre weiter, gerade weil diese Region immer stärker von den Umbrüchen ihrer ursprünglichen Kultur gezeichnet wurde.
Mönchgut blieb Refugium, aber die Sicht richtete sich zunehmend auf die "unendliche" Landschaft im Sinn der Romantik. Eine ausgiebige Phase, formal im Panoramaformat mit Ansichten und Reflexionen.
(Rügen – Unendliche Landschaft )
1994 fasziniert der Naturwald der Insel Vilm.
(Venus Bäume der Insel Vilm )
1997 werden mit der Camera obscura, das heißt linsenloser Fotografie, neue Wege beschritten. (Bücher und Kalender-Editionen)